Hand lettering: Alles was es über den Typographie-Stil zu wissen gibt

In einer Zeit von Snapchat, Skype Calls und berstenden Email-Posteingängen ist Handschriftliches mehr angesagt als je zuvor. Die Persönlichkeit die dahinter steckt eine Postkarte zu schreiben, einen Brief zu verschicken oder eine Notiz auf dem Frühstückstisch zu hinterlassen hat durch die digitale Kommunikation an Bedeutung gewonnen. Handschrift ist individuelle und einzigartig – sie drückt den persönlichen Charakter aus und ist niemals identisch. Anders als Texte, Zitate und Sprüche gestaltet mit Computer-Font, bekommen Designs mit Hand Lettering, also Handschrift, einen ganz besonderen Ausdruck. Deshalb liebe ich diese Form der Typographie.

Hand lettering Quote Brushmeetspaper

Ich entwerfe Typographie-Designs ganz besonders gerne im Stil des Hand Letterings. Dabei lasse ich den Inhalt die Schriftart bestimmen: Für einen Songtext, ein Gedicht oder ein Zitat, dass mehr mädchenhaft geprägt ist, wähle ich gerne große Druckbuchstaben. Für einen coolen Spruch darf es gerne eine unregelmäßige Schreibschrift sein.

Generell kann man sich beim Hand Lettering kreativ völlig austoben. Ich lasse gerne einmal den Stift bestimmen in welche Richtung sich das Design entwickelt – je nach Dicke der Spitze und Geschwindigkeit beim Lettern bekomme ich dann ein Resultat, dass ich so gar nicht angedacht habe. Es ist diese Individualität und Kreativtät, die das Hand Lettering für mich auszeichnet. Die Betonung liegt dabei ganz klar auf dem Handgemachtem, dem Imperfekten. Es gibt unzählige Fonts und Vorlagen die einen Hand Lettering-Stil nachahmen. Aber wenn dann jeder Buchstabe identisch ausschaut, geht meiner Meinung nach Charakter verloren.

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Als Autodidaktin habe ich die Kunst der Typographie und Kalligraphie nie gelernt, sondern mir selbst angeeignet. Das geht ziemlich gut, schließlich können wir in unserer Gesellschaft alle Schreiben und Lesen. Die Basics sind also da – jetzt geht es nur noch darum die Hände in verschiedenen Bewegungsabläufen zu schulen, die unterschiedlichen Arten von Hand Lettering zu lernen und vor allem viel viel zu üben.

In meinem YouTube Kanal Brushmeetspaper habe ich bereits einige Video-Tutorial geteilt – hier könnt ihr Euch den Lettering-Prozess genau ansehen. Schritt für Schritt erkläre ich hier wie ich Hand Lettering Designs entwerfe, gebe hilfreichen Tipps und rege zum Nachmachen an. Mit meinen Designs möchte ich nämlich in erster Linie inspirieren.

Zum Hand Lettering braucht Ihr generell drei Dinge: geeignete Stifte, tolles Papier und viel Laune etwas zu erschaffen. Bei den ersten zwei Punkten kann ich Euch einges an Tipps geben:

Stifte

  • Rotring: Tikky Graphic Stift 0.8
  • Staedtler: Pigment Liner 1.0/ 1.2
  • edding: 1255 Calligraphy Pen 2.5/ 5.0
  • Faber-Castell: Mulitmark 1513 Permanent F
  • Copic Multiliner 1.0

Papier

  • Aquarell- und Skizzenblock 180g/m2
  • Tonpapier
  • Zeitschriftencover

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Mein wichtigster Rat an alle, die sich für Hand Lettering interessieren: Probiert es aus! Lasst Euch keine Grenzen setzen oder Regeln vorschreiben. Ich selbst habe das Lettern einfach gemacht und dabei unterschiedliche Vorlieben entwickelt. Aber die ändern sich im Verlauf der Zeit – mal finde ich diesen, mal jenen Stift besonders gut. Generell solltet Ihr darauf achten, dass das Papier die Farbe des Stifts nicht aufsaugt (bei Umwelt-Papier ist das leider der Fall). Ansonsten gibt es kaum Regeln beim Hand Lettering und es geht, was gefällt.

Zum Glück, denn deshalb macht es so viel Freude.

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pictures: © brushmeetspaper