Brush Lettering: Fomo pt. II

Schon im Fitness Studio (natürlich bei der langweilsten Übung überhaupt) starb mein Handyakku. Ehrlich jetzt? Später Laufband ohne Power-Beats? Plus 35 Minuten S-Bahn ganz ohne Beschäftigung? Schwer uncool. Während ich meine Bein-Übungen für den Tag halbwegs gut rumbringe, fängt es in der S-Bahn schon wieder an: Diese Unruhe.

Brushmeetspaper Brush Lettering Typographie Handschrift Wasserfarbe Zitat Fomo Fear of missing Out Spruch

Blick aus dem Fenster, in die Weite – wann fährt die Bahn eigentlich los? Hab ich neue Mails? Eigentlich sollte ich mir eine To-Do-Liste erstellen. Wo wollten wir am Wochenende nochmal hin – direkt mal schreiben. Ach halt. Ist nicht. Kontaktpflege, Austausch von News und Updates fällt für die nächste halbe Stunde weg. Nicht, dass ich das so überhaupt gar nicht könnte – was sind schon 30 Minuten ohne Handy? Nur hab ich halt sonst nichts mit: kein Buch zum darin vertiefen, keine Musik die beim Gedanken-schweifen-lassen unterstützt, keinen Gesprächspartner.

Nur ich und die S7 um Viertel vor Neun Richtung München Ost.

Die S-Bahn erscheint mir als das langsamste Fortbewegungsmittel aller Zeiten. Nächstes Mal fahr ich wieder Rad – dann hab ich wenigstens was zu tun. Hab ich schon eine Antwort von S. bekommen? Und eigentlich wollte ich morgen Lunch mit C. machen – der sollte ich noch schreiben. Was passiert gerade in der Welt? Habe ich neue Instagram likes? Und wer snappt eigentlich von der amfAR? Die Fear of Missing out ist back und mit ihr das leidige Thema der Entschleunigung.

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Weil nämlich digitales Abschalten echt wichtig ist, das weiß man ja. Weg vom fiesen Blaulicht der Screens, das einen am Abend künstlich wacher fühlen lässt als man eigentlich ist. Weg vom permanenten Multitasking und der Dauerablenkung. Ist nur halt gar nicht so einfach.

Scientist: The average person spends 18 hours online per week.
Me: You mean per day
Scientist: What?
Me: What?

Der Griff in die Tasche ist verinnerlich und oft ertappe ich mich beim switchen zwischen 4 Apps – in Dauerschleife. Wenn man mit der letzten durch ist, könnte bei der ersten wieder was neues passiert sein. Ist auch oft der Fall, nur eben meistens nix Weltbewegendes. Nichts, was das App-Switchen als stundenlange Beschäftigung rechtfertigen könnte.

Beim nächsten mal also wieder ein Buch einstecken. Am besten Fachliteratur über Entschleunigung und Wie man am besten abschaltet. Das Handy vielleicht nicht unbedingt zu Hause, aber mal bewusst in der Tasche lassen und die Menschen beobachten, wenn der Akku mal wieder ausgeht und die Musik verstummt. Das ist an sich ja immer eine geile Beschäftigung. Die fiese Fomo wird mich wohl nicht ganz loslassen – ob on- oder offline. Aber vielleicht ist das auch eine der typischen Alterssachen, die wir mit der Zeit entspannter sehen – das wäre ne feine Sache. Überhaupt die Lösung für alles!

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Teil 1 verpasst? Hier gehts zum Blogpost #fomo & iPhone-Zwangsentzug

Bilder: Brushmeetspaper