Brush Lettering: Paper is king

Doof aber wahr: Am Papier sollte man niemals nie sparen. Das muss ich selbst erst wieder feststellen. Nicht nur, dass dünnes Papier die Farbe von Wasserfarbe oder Gelstiften unheimlich schnell aufsaugt und unschön zum Verlaufen bringt, sondern es raubt obendrein auch noch ziemlich frech die Strahlkraft der schönsten Nuancen im Malkasten.

Bei Print-Magazinen spielt Papier eine große Rolle für mich. Die Griffigkeit der Seiten beim Blättern entscheidet bei mir ganz oft über den Kauf. Deshalb liebe ich die TUSH ungemein, aber ebenso Magazine die fast schon Mode-Bücher sind, wie die Self Service oder das CR Book von Carine Roitfeld. Dickes Papier fühlt sich einfach genial an, riecht ganz anders und die Drucke der Editorial kommen natürlich ganz anders zur Geltung. Ab und an darf zwischen Hochglanz auch gerne mal ein Part in mattem Papier folgen – das sorgt für Abwechslung und unterstreicht manche Themen einfach nochmal besser.

Beim Hand und Brush Lettering ist das nicht anders: Finger weg von billiger Kopierpapier und her mit dem hochwertigen Zeichenpapier! Aktuell schwöre ich auf einen Aquarellmalblock – am liebsten mit einer Stärke von 290g/m2. Hier habt Ihr die volle Kontrolle über Pinsel, Farbe und vor allem über Eure Schrift. Statt nervigen Kleksen, dickeren Strichen oder schroffen Konturen wird jeder Buchstabe genau so wie Ihr Euch das vorgestellt habt.

Brushlettering Typography Paper is kind Brushmeetspaper Watercolor

Oft kommt es beim Lettering wirklich nicht auf die Übung an, sondern auf die Materialien die Euch zu Verfügung stehen. Oder die falsche Verwendung guter Materialien. Klar nimmt ein dünnes, ökologisch verarbeitetes Papier jede Art von Filzstiften, Brushpens und eben auch Wasserfarbe auf wie ein Löschpapier und verzerrt jeden noch so feinen Pinselstrich unschön. Beim Aquarellpapier allerdings habt ihr behandeltes Papier vorliegen, dass minimal abperlenden wirkt: Schaut mal genau auf das große Wort “love” in türkis unten rechts. Da kommt dieser Effekt besonders schön zur Geltung.

Beim Spiel mit der Farbsättigung schaut das genau so aus: Die sehr dunklen, farbintensiven Stellen trocknen auf dem Papier ohne zu “kriseln” oder aufgesaugt zu werden. Die sehr hellen Bereiche bleiben trotzdem sichtbar und behalten ihre klare Kontur. Diese Farbspiele gelingen nur mit gutem Papier. Paper is king sag ich Euch!

 

Brushlettering Typography Paper is kind Brushmeetspaper Watercolor

Brushlettering Typography Paper is kind Brushmeetspaper Watercolor

 

 

Bilder: Brushmeetspaper

Comment (1)

  1. Ursula

    Aha! Super Erklärung. Das war mir gar nicht bewusst, dass Papier solche Unterschiede macht. Gut zu wissen!

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